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Akuter Erregungszustand


Der akute Erregungszustand eines ADHS-Kindes ist ein „pädagogischer", kein medizinischer Notfall. Schreien, Treten, Toben, Panik, Auflehnung und andere extreme, unbeherrschbar erscheinende Verhaltensweisen sind Anzeichen für einen solchen „Anfall".


Sie können auftreten, wenn sich das Kind völlig überfordert und „überreizt" fühlt. Gut ist, wenn man einer solchen Eskalation vorbeugen kann, was aber nicht immer gelingt. Generell ist bei ADHS-Kindern und Jugendlichen zu beachten, dass sie im Zustand der Erregung für Belehrungen, Maßregelungen und Aufforderungen nicht erreichbar sind. Aufregung und Verärgerung der Mitschüler oder der Lehrperson machen alles nur noch schlimmer.
Deshalb muss die Lehrperson unbedingt Ruhe bewahren - egal, was passiert oder passiert ist. Sie sollte Mitschüler und Mitschülerinnen von dem Kind fernhalten, evtl. mit dem Kind einen ruhigen Raum aufsuchen. Dabei bleibt die Lehrperson in der Nähe des Kindes und achtet darauf, dass diese Nähe nicht als Bedrohung empfunden werden kann.


Ein kurzer Körperkontakt kann besänftigend auf das Kind wirken. Man sollte dem Kind Zeit geben, wieder zur Ruhe zu kommen. Es bringt wenig, das Kind unmittelbar anschließend durch Befragungen oder Mahnungen erneut unter Druck zu setzen. Das klärende Gespräch kann später folgen. Die Reaktionen der Lehrperson auf den Erregungszustand des Kindes sollten mit dem Kind abgesprochen sein, und keinesfalls als „Strafe" interpretiert werden. Es braucht nicht weiter erläutert zu werden, dass eine gute persönliche Beziehung zu einem betroffenen Kind der Lehrperson hilft, mit ihm zurechtzukommen.