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Umgang mit dem ADHS-Kind im Unterricht


Zu diesem Punkt gibt es gute Spezialliteratur (siehe Literaturliste), die es Lehrern über die persönliche Beratung durch Fachleute hinaus erleichtert, sich auf ein ADHS-Kind in der Klasse einzustellen. Hier nur einige der zahlreichen Tipps, die auch bei medikamentös behandelten Kindern hilfreich sind:
Das Kind sollte in unmittelbarer Nähe der Lehrperson sitzen und als Banknachbar(i)n ein besonders ruhiges Kind haben, das vielleicht sogar (freiwillig) eine Art „Patenschaft" übernimmt. Der Platz sollte möglichst wenig Ablenkung mit sich bringen (Lage zum Fenster!). Häufige Ermahnungen werden leicht wirkungslos. Blickkontakte und ab und zu ein leichter (nicht bedrohlicher!) Körperkontakt sind effektiver und stören die Klasse nicht so. Oft kann man eine Störung auch einfach ignorieren. Eine klare übersichtliche Strukturierung des Unterrichts, abwechslungsreich gestaltet, mit integrierten Bewegungspausen erleichtert dem ADHS-Kind die aufmerksame Teilnahme. Abmachungen über kurzzeitig erreichbare Teilziele verschaffen Erfolgserlebnisse, die die Lehrperson honorieren sollte (vgl. Kapitel 2.3).
Das Kind sollte die Erfahrung machen, dass es nicht primär über Störungen, sondern über ein Verhalten, das Selbststeuerung erkennen lässt, Zuwendung erreicht.


In Phasen der ruhigen Mitarbeit sollte die Lehrperson das Kind z.B. durch Blickkontakt zum Durchhalten ermuntern. Kleine überschaubare Aufgaben, die möglichst mit Bewegung verbunden sind (z.B. Blumenpflege, Fensterdienst), geben dem Kind das Gefühl, gebraucht zu werden. Sollte das Kind bereits in eine Außenseiterposition in der Klasse geraten sein, dann braucht es manchmal die Unterstützung der Lehrperson bei der Integration in eine Gruppe und vielleich auch ihren Schutz vor Boshaftigkeiten der Klassenkameraden. Mitschüler und Mitschülerinnen, die sich um das betroffene Kind bemühen, sollten von der Lehrperson durch Anerkennung belohnt werden.
Sollte das Kind in der Therapie ein Trainingsprogramm empfohlen bekommen haben, dann sollte sich die Lehrperson darüber gut informieren und das Kind in der Durchführung unterstützen. Bewertende Bemerkungen über die Therapie oder über das verordnete Medikament darf es weder vor der Klasse noch im Beisein des Kindes geben.